H O G Schöndorf im Banat
H O GSchöndorf im Banat 

1. Treffen 1980

Erstes Heimatortstreffen der Schöndorfer

setzt Heimatbuch als Ziel

 

Am 27. und 28. September 1980 fand das erste Treffen der Banater Schwaben aus Schöndorf statt. Begegnungsort war das Hotel "Eichenhof" in Eislingen/Fils bei Göppingen. Mit viel Hingabe und Eifer wurden Monate zuvor die nötigen Schritte überlegt und eingeleitet, um diese Begegnung zu ermöglichen. So konnten die Landsleute beizeiten erreicht und informiert werden. Als verläßliche Sendboten unseres Aufrufs erwiesen sich, wie immer in den vielen Jahren ihres Erscheinens die "Banater Post" und "Der Donauschwabe".

Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und übertraf alle Erwartungen. Die genaue Zahl der Beteiligten kann nicht angegeben werden, weil ein beträchtlicher Teil davon sich nicht vorangemeldet hatte. Dieser Sachverhalt hat die Veranstalter in nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten gebracht, vor allem wegen der Unterbringung. Daß die Organisatoren trotzdem nicht resigniert oder versagt haben, dafür gebührt ihnen Anerkennung. Schätzungsweise waren es um die 350 Anwesende aus der Bundesrepublik Deutschland, aus Osterreich, Belgien, England und aus Ubersee (Canada und USA).

Der Festsaal des Hotels "Eichenhof" war eine geeignete Begegnungs- und Feierstätte. Nach dem Einlaß in die Vorhalle um 14.00 Uhr erfolgte die Begrüßung der Teilnehmer durch Landsmann Josef Berg. Es folgte die Ansprache des Stellvertretenden Vorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Baden-Württemberg Albert Andree. Danach wurden die Anwesenden, soweit bekannt, von Landsmann Lorenz Holzinger in Schwäbischer Mundart vorgestellt, was vielen, vor allem den älteren Schöndorfern, Gelegenheit gab, ein gegenseitiges Wiedersehen zu erleben mit Gesichtern, die sich zum Teil vor zwanzig, dreißig oder gar vierzig Jahren aus ihrem Blickwinkel verloren hatten. Denn in den Gesichtern der Menschen, die sie bewohnt haben, widerspiegelt sich zweifellos ein Stück Heimat. Anschließend verlas Landsmann Holzinger ein Telegramm und einen Brief aus der alten Heimat mit Wünschen zum Erfolg des Treffens.

Der offizielle Teil wurde fortgesetzt durch das Absingen der Banater Hymne und ein kleines Unterhaltungsprogramm, bestehend aus einem Begrüßungsgedicht in Schwäbischer Mundart, vorgetragen von Frau Helga Berg und mehreren Liedern aus dem Banat und über das Banat, darunter ein Lied über Schöndorf aus Ubersee.

Nach dem Unterhaltungsteil trug Landsmann Eberhard-Hans Klepp, als Erinnerung und Mahnung, das Gedicht "Banater Schwabenlied " von Adam Müller-Guttenbrunn vor. Anschließend bat er die Anwesenden sich zu erheben, um in einer Schweigeminute der Toten der Gemeinde zu gedenken: der Gefallenen der zwei Weltkriege, der Opfer der Zivilbevölkerung, der Opfer der Flucht und Verschleppung. In die Schweigeminute hinein ertönte im Hintergrund, gedämpft und getragen, als Trompetensolo das Lied "Ich hatt' einen Kameraden".

Eines der Hauptziele, das mit diesem Treffen verbunden war, war die Gründung der Heimatortsgemeinschaft. Sie verlief unter der bewährten- Leitung von Landsmann Josef Kupi, vormals Referent für Heimatortsgemeinschaften im Bundesvorstand unserer Landsmannschaft. Als Kern für eine funktionsfähige Heimatortsgemeinschaft, der auch willens ist, künftig Verantwortung zu tragen, um all die Probleme zu meistern, die durch und bei weiteren Treffen entstehen, wurde, in einem kleineren Rahmen, der Vorstand gewählt. Er hat folgende Mitglieder:

  • Eberhard-Hans Klepp - Vorsitzender

  • Josef Klug und Peter Lorenz - Stellvertreter

  • Lorenz Holzinger und Josef Berg - Beisitzer

  • Anton Molter, Josef Keipp, Josef Teibert, Jakob Dautner, Franz Herz

  • Hans Ludchen als Ausschußmitglieder

Der erste Beschluß des neugewählten Vorstandes der Heimatortsgemeinschaft Schöndorf war, ein Heimatbuch herauszubringen. Mit der Leitung der Arbeit am Heimatbuch wurde Landsmann Josef Teibert (Osterreich) beauftragt. Gleichzeitig wurde auch beschlossen, das nächste Treffen auf das Jahr 1983 zu verlegen und danach alle zwei Jahre ein Treffen zu veranstalten.

In einer anschließenden Ansprache, die der neugewählte Vorsitzende an alle Landsleute richtete, legte er ihnen ans Herz, an der Gestaltung des Heimatbuches mitzuwirken. Landsmann Josef Teibert lieferte dann eine kurze Kostprobe aus seiner Arbeit über das Heimatbuch, indem er unser Dorf in Bild und Wort vorstellte.

Zum Abschluß dieses Samstags spielte, zum gemütlichen Beisammensein und zur Tanzunterhaltung, eine Gruppe der Original-Donauschwabenkapelle unter der Leitung unseres Landsmannes Josef Hayer bis in die frühen Morgenstunden.

Das erste Schöndorfer Treffen schloß mit einem Dankgottesdienst am Sonntag um 11 Uhr in der St.-Markus-Kirche in EislingenNord. Gesungen hat der Schöndorfer "Kirchenchor",der unter der Leitung von Matthias Konnerth stand. An der Orgel saß Landsmann Josef Teibert. Landsmann Pfarrer Bermel, der den Gottesdienst zelebrierte, ging in seiner Predigt auf die Problematik ein, die uns alle bewegt, uns, die wir hier leben, und die, die noch in der alten Heimat verblieben sind: die Problematik um den Verlust unserer und unserer Väter Heimat, die 1945 entstanden ist und die fortbesteht bis zum heutigen Tag.

Nach dem Gottesdienst trafen sich die Landsleute im Veranstaltungslokal zum Mittagessen. Danach trat man die Heimreise an. Ein besonderer Dank sei an dieser Stelle dem Organisationskomitee, allen Landsleuten gesagt, die sich für das Zustandekommen und Gelingen dieses Treffens eingesetzt haben

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Der Vorstand

 

Quelle - Banater Post 12/1980

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