H O G Schöndorf im Banat
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13. Treffen 2015 - Bericht

13.-Heimatortsgemeinschaft Schöndorf

 

Vor 25 Jahren wurde die HOG Schöndorf gegründet, und das wollten wir gebührend feiern. Bereits in unserem Jahresheft 2004 haben wir zu diesem Treffen eingeladen und auf das Jubiläum hingewiesen. Wir luden die Schöndorfer ein, wenn möglich in Tracht zum Treffen zu kommen. Auch gelang es uns, das Gesangsduo Andrea und Melanie Mayer zu verpflichten. Elisabeth und Hans Papst aus Rastatt organisierten die Tanzgruppe „Schwoweleit”, bei der sie beide selbst mitwirken, für den frühen Abend. Anna Maria Klepp, Elisabeth Schütz und Katharina Tillich bereiteten sich auf eine „Weiber-Reih” mit „Stricksach” und „Patschkukurutz” vor. Somit waren die Voraussetzungen für ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm geschaffen. Die Landsleute machten auch zahlreich Gebrauch von dem Angebot. Bis zum Abend konnten rund dreihundert Teilnehmer gezählt werden.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen stellte die Vorsitzende das kürzlich erschienene Buch „Kirchenmatrikel Schöndorf“ (mit Angaben ab 1. September 1836 bis 1889 bzw. 1893) vor. Ebenso wurde über die für den September geplante Busreise in die alte Heimat gesprochen. Über dieses Vorhaben wurde bereits ein genauer Hinweis den schriftlich ergangenen Einladungen zum Treffen beigefügt.

 

Zum Gottedienst waren die 12 Trachtenpaare aufgestellt. Die kleinen Mädchen im „Nippesgwand“ und die kleinen Buben daneben konnten es kaum erwarten, bis sie mit Musik im Hof aufmarschieren konnten, um in die Kirche zu gehen. Unser Heimatpfarrer Johannes Bermel zelebrierte den Festgottesdienst und hielt die Predigt. Der Schöndorfer Chor umrahmte zusammen mit der Blasmusik musikalisch die Messe.

 

Der Einmarsch der Trachtenpaare in den Saal ließ unsere Herzen höher schlagen. Dieser wunderschöne Anblick wird uns allen noch lange in Erinnerung bleiben, zumal zu den letzteren Treffen niemand mehr in Tracht erschienen war. Der Aufmarsch der Paare vermittelte den Anwesenden ein Stück alte Heimat. Deshalb auch ein besonderer Dank allen, die in Tracht mitmachten.

 

 

 

Die HOG-Vorsitzende begrüßte als Ehrengäste den Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Bernhard Krastl mit Gattin, den Ersten Bürgermeister von Königsbrunn, Ludwig Fröhlich mit Gattin, Pfarrer Johannes Bermel und die HOGVorsitzende von Kreuzstätten, Gerlinde Bohn mit Ehemann.

Grüße gingen an alle, die wegen Krankheit nicht kommen konnten und an alle noch in Schöndorf lebenden Landsleute. Mit einer Schweigeminute ehrten wir die seit dem letzten Treffen verstorbenen 30 Personen. Besonders gedachten wir unserer verstorbenen Kirchenmusikerin Regina Merkl.

Eberhard-Hans Klepp, der Erste Vorsitzende und Mitbegründer der HOG Schöndorf, wurde auf die Bühne gebeten. Er begrüßte alle Anwesenden und sprach kurz über die Gründung der HOG im September 1980.Bürgermeister Fröhlich begrüßte die Teilnehmer am Treffen und hieß sie in Königsbrunn herzlich willkommen. Er berichtete über die Entwicklung dieser Stadt, die dem Zuzug der Flüchtlinge, Vertriebenen und Aussiedler ihren Aufschwung zu verdanken hat. Fröhlich gab seine Freude darüber, dass wir nun schon seit einigen Jahren in Königsbrunn unsere Treffen veranstalten, zum Ausdruck, indem er unserer HOG für die Verbandsarbeit Unterstützung zusagte. (Mittlerweile ist ein Scheck eingegangen.)

 

Als Festredner sprach Bundesvorsitzender Bernhard Krastl über das Thema Heimat und über das Schicksal der Banater Schwaben, die die Rache der russischen Siegermacht erleiden mussten. Er erinnerte an die Deportation 1945, als die in den Dörfern noch verbliebenen jungen Männer und Frauen zusammengetrieben wurden und zur Zwangsarbeit in die damalige Sowjetunion verschleppt wurden. Auch das Leid der in den Dörfern zurückgebliebenen Landsleute, die Enteignung und Entrechtung wurde angesprochen. In der Folge suchten die meisten Schöndorfer – so wie alle anderen Banater Schwaben – durch Ausreise nach Deutschland ihren Kindern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Hier fanden sie eine neue Heimat und neue Lebensperspektiven.

 

Der Bundesvorsitzende überreichte nach seiner Ansprache der HOG-Vorsitzenden Barbara Hirth die Verdienstmedaille in Gold als Dank und Anerkennung für ihre langjährigen Verdienste um den Verband und die Heimatortsgemeinschaft Schöndorf. In seiner Würdigung hob er hervor, dass Barbara Hirth seit Mai 1987 der HOG vorsteht, sehr bescheiden auftritt, viel schreibt, aber nie über sich selbst.

 

Den Auftakt des Unterhaltungsprogramms machten die Geschwister Mayer. Andrea und Melanie haben uns mit ihren Liedern viel Freude bereitet. Sie ernteten reichlich Beifall. Die eingangs erwähnten drei Schöndorferinnen in Tracht mit „Schickslhaub” und „Sammetleiwl” kamen zur „Reih” mit dem „Strickkerwl”. Sie setzten sich an den Tisch, aßen „Patschkukurutz” und erzählten in Mundart von früheren Zeiten, vom „Rosa Sandor” und von der Zeit, als die „großen Buben” mit ihren Streichen im Dorf von sich reden machten. Auch davon, dass die Großmutter dem „Palwiere” auftrug, dem erwachsenen Enkelsohn seine langen Haare, den „Bittlkopp”, kurz zu schneiden, und was für eine Debatte daraus wurde. Es waren Geschichten, die man sich bei der „Weiber-Reih” eben erzählte und die beim Publikum gut ankamen.

 

Dann traten die „Schwoweleit“ auf. Die Tanzlehrerin der Gruppe stellte die Gruppe vor und berichtete von ihren Auftritten und Reisen, unter anderem auch nach Kanada. Besonders schön waren die kurzen schwarzen Schürzen der Trachtenträger. Die „Schwoweleit” führten ihre Tänze gekonnt vor und ernteten viel Applaus. Anschließend wurde der Kirchweihstrauß versteigert.

 

Nach dem Abendessen begann der allgemeine Tanz bis ein Uhr nachts. Wir danken allen, die zum Gelingen dieses Jubiläumstreffens beigetragen und mitgewirkt haben und freuen uns auf ein Wiedersehen in zwei Jahren.

 

Schöndorferinnen in Tracht mit „Schickslhaub“ und „Sammetleiwl“

bei der „Reih“. Fotos: HOG

 

Der Vorstand

 

Quelle: Banater Post Nr. 16 - 20.08.2005

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