H O G Schöndorf im Banat
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15. Treffen 2009 - Bericht

15. Heimatortstreffen Schöndorf

 

Am 20. Juni fand das 15. Heimatortstreffen Schöndorf im Pfarrsaal der römisch-katholischen Kirche St. Ulrich in Königsbrunn statt. Die umfangreichen Vorbereitungen haben sich gelohnt. Als es feststand und sich herumgesprochen hatte, dass an unserem Treffen wieder Trachtenpaare teilnehmen werden, haben sich viele Landsleute entschlossen, zu kommen, denn auch jede Großmutter wollte ihre Enkel in Tracht sehen. Es kamen auch Landsleute, welche bisher bei den Treffen fehlten, so dass wir erfreulicherweise von 260 Personen als Teilnehmer berichten können. Aus Buffalo kam Erika Dorner, geb. Mergl, und aus Belgien Andreas Petsch mit Ehefrau.

 

Wenn man ein Jahr vorher den Saal anmietet, wünscht man sich auch schönes Wetter für diesen Tag. Ja, wir hatten inmitten der regenreichen Zeit einen sonnigen Tag. Zwölf Trachtenpaare und sechs Kinder-Trachtenpaare haben dieses Fest verschönert; sie sind der Beweis dafür, dass die Tradition von einst in Schöndorf vorgelebt und weitergeführt wird. Das ererbte Brauchtum geht noch nicht verloren. Die Seidenröcke, Seidenhalstücher mit Fransen glänzten in der Sonne, herrlich anzuschauen. Ein geschmückter Kirchweihstrauß aus Rosmarin gehörte dazu.

 

Wie immer trafen die Landsleute im Laufe des Vormittags ein. Bequem reisten die Schöndorfer mit einem Bus aus Rastatt und einem aus Nürnberg an. Der Parkplatz für die Pkw füllte sich, so dass die vorbereiteten Sitzplätze an den gedeckten Tischen schnell besetzt wurden. Viele Neuigkeiten gab es auszutauschen, viel musste erzählt werden, denn man sieht sich meistens nur zu den Treffen alle zwei Jahre. Das heimatliche Zusammengehörigkeitsgefühl wurde wieder aufgefrischt, die alten Kontakte wurden erneuert und gepflegt. Der Kirchenchor und die Musikkapelle von Schöndorf probten im Souterrain für die hl. Messe, denn sie haben nur an den Treffen Gelegenheit, zusammen ein wenig zu üben.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen hatten die Trachtenpaare genug Zeit, sich anzuziehen, denn wir konnten erst um 16 Uhr die Messe mit unserem Heimatpfarrer Johannes Bermel feiern. Die Zeit bis dahin wurde mit Erzählen bei Kaffee und Kuchen ausgefüllt.

 

Als beim Erklingen der Blasmusik die Trachtenpaare in die Kirche einzogen, befiel einen ein wohliges Gefühl. Sie stellten sich in der Kirche im Mittelgang auf, wie einst in Schöndorf. Der Kirchenchor gestaltete zusammen mit der Blasmusik die Umrahmung der Messe. Nach dem Gottesdienst ging die Trachtengruppe vor der Kirche zweimal im Kreis umher, damit alle Anwesenden sie genau sehen konnten. Wir verweilten alle noch vor der Kirche, es sollten ja auch Fotos gemacht werden.

 

Der Einzug der Trachtenpaare in den Pfarrsaal, begleitet mit einem Marsch, war der Höhepunkt. Nach dem Aufmarsch wurden zwei Walzer getanzt, da sah man die Röcke fliegen. Die Kinderpaare gaben ihr Bestes. Der Festakt begann wie immer mit der Banater Hymne. Die Vorsitzende Barbara Hirth begrüßte die Anwesenden und überbrachte die Grüße und guten Wünsche des Bundesvorsitzenden Bernhard Krastl. Pfarrer Attila Ando aus Lippa, zuständig für Schöndorf, hat sich über die Einladung zum Treffen gefreut, war aber verhindert und konnte leider nicht kommen, er sandte viele Grüße. Der Bürgermeister der Stadt Königsbrunn, Ludwig Fröhlich, kam mit seiner Gattin, konnte wegen weiterer Termine aber nicht lange bleiben. Er überreichte einen Scheck für die Vereinsarbeit und verabschiedete sich mit vielen Grüßen an die Teilnehmer des Treffens bei der Vorsitzenden. Grüße unsererseits gingen an unsere Landsleute, welche noch in Schöndorf wohnen und an alle, welche diesmal nicht kommen konnten, insbesondere an die Kranken mit den besten Wünschen für baldige Genesung. Mit einer Schweigeminute ehrten wir die Landsleute, welche seit dem letzten Treffen verstorben sind. Im Rückblick auf die Anfänge der Treffen, wo sich bis zu 400 Teilnehmer einfanden, wurde festgestellt, dass seit Juli 1989, lt. den ab dieser Zeit vorliegenden Aufzeichnungen, 341 Personen verstorben sind und viele von deren Töchtern und Söhnen sich nicht mehr uns Schöndorfern zugehörig fühlen, nicht mehr zu den Treffen kommen.

 

Die Vorsitzende bedankte sich in ihrer Ansprache nochmals bei allen Landsleuten, die mit ihren Spenden die Renovierung der Kirche in Schöndorf ermöglicht haben. Von der Benediktion im September 2007 gibt es zwei unterschiedliche DVDs: eine erstellt von Frau Anita Denk und eine zweite von Oliver Petsch, der auch eine DVD von unserem Dorf, den Häuserreihen in den Gassen, machte. Andreas Petsch brachte diese 50 DVDs von seinem Sohn mit, übernahm die Kosten dafür als Spende für die Kirche in Schöndorf. Alle drei DVDs können bei Frau Denk oder Frau Hirth angefordert werden. Ebenfalls angeboten wurden, die Broschüre von den in der Kugel des Turmkreuzes befindlichen alten Schriften (1857–1936); sie wurden abgeschrieben und davon diese Broschüre erstellt.

Viele der Anwesenden haben sich diese DVDs und die Broschüre bereits mitgenommen. Allen Landsleuten wird empfohlen, sich je eine DVD und die Broschüre anzueignen. Es sind Erinnerungen für sie selbst, ihre Kinder und Enkelkinder, die nur jetzt und nur einmalig zu haben sind. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit den dafür eingehenden Spenden die restlichen Kosten der Renovierung tilgen können. Des weiteren wurde auf die uns noch fehlenden Matrikel vom 1. 1. 1969 bis 31. 12. 1999 hingewiesen, die nunmehr in Form eines Heftes vorrätig sind und bei Frau Hirth angefordert werden können. Damit ist die Beschaffung der Matrikel von Schöndorf abgeschlossen. Mit der deutschen Hymne endete der Festakt.

 

Die Trachtengruppe übernahm jetzt erneut die Gestaltung des Treffens. Lorenz Steimer stieg auf das Fass und begann mit der Versteigerung des Kirchweihstraußes. Die Beteiligung an der Versteigerung war sehr groß, der Erlös dient zur vollständigen Begleichung der Unkosten für das Treffen. Leider drängte die Zeit zur Beendigung der Versteigerung, bestimmt wäre der „Sammelkrug“ noch voller geworden.

 

Nach dem gemeinsamen Abendessen begann der unterhaltsame Teil: Tanz bis 1 Uhr nachts. Die Musikkapelle Romanticas begann mit viel Schwung zu spielen, und die Tanzlust steigerte sich. Inmitten der Erwachsenen tanzten auch die Kinder auf ihre Art. Inge Gehl verlas dazwischen das Gedicht „Gedankensplitter zum Heimattag“. Als es um 1 Uhr nachts hieß, „die Busse für die Heimfahrt stehen bereit“, da wollte man noch nicht weg, so dass die Busse warten mussten, bis alle Zugaben der Kapelle zu Ende gespielt waren. Die frohe, stimmungsvolle Gesellschaft löste sich nunmehr auf.

 

Es war eine gelungene Veranstaltung. Herzlichen Dank allen, die zum Gelingen des Treffens beigetragen haben: Pfarrer Johannes Bermel, der Schöndorfer Musikkapelle und dem Kirchenchor, der Trachtengruppe, denn wir wissen wieviel Mühe dahintersteckt, darunter ganz besonders den Kindern und Jugendlichen, die mit Begeisterung dabei waren, deshalb bekamen sie auch ein Präsent überreicht, an Anneliese Schulz für die Betreuung der Kindertrachtengruppe.

 

Wir bitten auch weiterhin um Ihre finanzielle Beteiligung zur Erhaltung und Pflege des Kriegerdenkmals und des Friedhofs. Um das Jahresheft 2009 gestalten zu können, bitten wir um Einsendung von Erlebnisberichten von früher, Reiseberichten von jetzt und Fotos. Danke.

 

Barbara Hirth

 

Quelle: Banater Post Nr. 15 - 05.08.2009

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