H O G Schöndorf im Banat
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Die Banater Schwaben

Die Ansiedlung der Schwaben im Banat (1722 - 1787) Wanderung, Rast, Ankunft

Die Banater Schwaben sind eine deutsche Bevölkerungsgruppe im rumänischen Banat. Ihre Vorfahren wurden von der Österreichischen Hofkammer seit Ende des 17. Jahrhunderts aus verschiedenen Teilen Süddeutschlands und aus Lothringen in die nach den Türkenkriegen teilweise entvölkerte und verwüstete Pannonische Tiefebene entlang der Militärgrenze angesiedelt.

Die Abwanderungen zum Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts und in den Krisenjahren der 1930er, die Teilnahme an Kampfhandlungen im zweiten Weltkrieg, Flucht, Verschleppung  und Vertreibung, und die Auswanderungswellen in der kommunistischen Zeit haben die Banater Schwaben in Rumänien zu einer verschwindend geringen Minderheit schrumpfen lassen. In drei großen Wellen wanderten jährlich bis zu 10.000 Rumäniendeutsche aus, im Zeitraum von 1950 - 1992 beteiligten sich rund 200.000 Banater Schwaben an der Aussiedlung, im Jahre 1950 waren es über 50.000. Die Lücke wurde teilweise und vorwiegend durch rumänische Zuzügler aus anderen Landesteilen geschlossen. Jedoch hinterließ die Emigration große Lücken und schadete dem Banat wie auch ganz Rumänien wirtschaftlich schwer.

Da es vornehmlich die jüngeren Banater Schwaben in die westliche Welt gezogen hatte, ist die im Banat verbliebene deutschsprachige Bevölkerung heute zu klein und überaltert, um eine funktionierende Gemeinschaft zu bilden und um den langsamen Zerfall der Bausubstanz der Kulturdenkmäler aufzuhalten. Nur in wenigen, meist größeren Orten gelingt es Lehrern, Pfarrern, aber auch engagierten Rumänen, ein kulturelles Leben in deutscher Sprache aufrecht zu erhalten.

Mit der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien gibt es noch eine auflagenstarke deutschsprachige Wochenzeitung und mit dem Deutschen Staatstheater Temeswar ein staatlich subventioniertes deutsches Theater. In den Städten Temeschburg oder Arad gibt es noch deutschsprachige Gymnasien (in Timişoara ist es das traditionsreiche Nikolaus Lenau Lyzeum), deren Angebot vorwiegend von rumänischen Schülern angenommen wird. Dennoch ist abzusehen, dass die deutsche Minderheit der Banater Schwaben im Banat durch Überalterung und weitere Abwanderung mittelfristig ganz verschwinden wird.

Die Banater Schwaben in Deutschland und Österreich sind heute fest in die Gesellschaft integriert und leben in deren Mitte. Die nachwachsenden Generationen gehen dabei in den jeweiligen Gesellschaften auf. Wichtigste Bindeglieder der Banater Schwaben sind die Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland und der Verband der Banater Schwaben in Österreich, als Dachverbände zahlreicher regionaler Verbände wie zum Beispiel Heimatortsgemeinschaften.

Besonders in Süddeutschland und in der Umgebung Wiens, wo die meisten Banater Schwaben heute leben, gibt es ein dichtes Netz von Vereinen, die sich der Pflege des Brauchtums und der Mundart widmen und die in Rumänien Verbliebenen ideell und finanziell unterstützen. Diese Vereine sind untereinander in den Dachverbänden vernetzt und verstehen sich auch als Interessenvertretung gegenüber der Politik.

Als Sprachrohr aller Banater Schwaben weltweit erscheint zweimal im Monat die Banater Post, die Zeitung der Landsmannschaft der Banater Schwaben, mit einer Auflage von 15.600 Stück (März 2010). Die Banater Post wird neben Deutschland noch in weiteren 17 Ländern bezogen: Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Österreich, Rumänien, Schweden, Schweiz, Spanien, Ungarn, Australien, Argentinien, Brasilien, Guatemala, Kanada und USA.

Die Vereine haben meist die traditionellen Wappen übernommen. Sie zeigen die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold und die donauschwäbischen Stammesfarben Weiß-Grün. Sie bedeuten die friedliche Gesinnung und die Hoffnung auf neue Heimat - und enthält für die Rückwanderer dieselbe Symbolik. Durch viele Wappen zieht sich die Donau als „Schicksalsstrom“, auf dem die ursprünglichen Siedler in Ulmer Schachteln stromabwärts fuhren.

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